Notizen zur japanischen Sprache

Version: 2007191813

Der Autor dieser Seite ist ein Elektroingenieur, der sich unter anderem auch für Sprachen interessiert. Seine Beschäftigung mit der japanischen Sprache verfolgt das Ziel, sich mit Muttersprachlern in Wort und Schrift verständigen zu können, sowie verstehenden Zugang zu japanischen Medien im Original zu erhalten. Diese Seite dient als Ideensammlung, Nachschlagewerk und Diskussionsgrundlage im Austausch mit anderen Lernenden.

Jeder ist herzlich eingeladen, wegen Vorschlägen und Ergänzungen mit mir in Kontakt zu treten.
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Lernstrategien - Allgemeine Vorschläge für den ambitionierten Hobbyisten


Was das Lernen der japanischen Sprache angeht:
Ein Buch mit dem Titel "Japanisch leicht gemacht" o.ä. kann man gepflegt in die Tonne treten. Die Sprache ist schwer zu lernen. Japanisch ist mit keiner anderen Sprache die wir hier kennen verwandt. Das ist für mich ein großer Teil der Faszination am Japanischen. Das heißt aber auch, dass man keine Vorkenntnisse aus anderen Sprachen einsetzen kann. Man beginnt zu Lernen, wie ein Säugling. Einzige Ausnahme sind Fremdwörter, aber die helfen einem nicht, die Struktur der Sprache zu erfassen. Die Mechanismen der Grammatik sind aber sehr wohl von anderen Sprachen her bekannt. Die japanische Grundgrammatik ist deutlich logischer als der Wust von Ausnahmen, den wir mit einem Augenzwinkern als deutsche Grammatik bezeichnen. Es wird immer wieder behauptet, dass das Japanische weniger präzise sei, als das Deutsche oder Englische. Da stellt sich automatisch die Frage, wie die Japaner dann in der Lage sind, ihre hochentwickelte Industrie am Laufen zu halten. Japanisch funktioniert einfach anders als die uns bekannten Sprachen.

Sprachkurs besuchen
Sprachkurse werden auf verschiedenen Niveaus, von unterschiedlichen Einrichtungen angeboten. Bevor man sich nun an einer Universität wegen des Sprachkurses für ein Japanologiestudium einschreibt, sollte man gründlich prüfen, was hier sonst noch auf dem Lehrplan steht. Wenn man sich das Begleitprogramm lieber ersparen, aber trotzdem auf hohem Niveau einsteigen möchte, kann man bei seiner lokalen Uni prüfen, ob Sprachkurse für Gasthörer angeboten werden.
Desweiteren haben viele Volkshochsschulen haben Japanischkurse auf dem Programm stehen. Dies ist eine günstige Möglichkeit einen Eindruck von der Sprache zu bekommen. Die meisten Teilnehmer stehen im Spannungsfeld zwischen Arbeit, Familie und Lernen. Daher variert die Zeit, welche eine einzelne Person auf diese Kurse verwenden kann sehr stark. Wer nur anderthalb Stunden pro Woche aufbringen kann, benötigt schon eine außergewöhnliche Auffassungsgabe, um zu verwertbaren Ergebnissen zu kommen. Der wichtigste Punkt dieser Kurse ist daher die Möglichkeit gleichgesinnte Menschen zu treffen, mit denen man seine Begeisterung für Sprache und Kultur teilen kann.

PARALLEL zu einem etwaigen Sprachkurs wären meine Empfehlungen:
  • Hiragana lesen und schreiben lernen
  • Katakana lesen und schreiben lernen
  • die Kanji Radikale lernen
  • jeden Tag Kanji lernen, bis man die ersten 2200..2500 sitzen hat
Was die Lerngeschwindigkeit angeht, bin ich deutlich langsamer als z.B. der Sprachkurs an der Uni. Die haben behauptet, dass ein Student am Tag 64 neue Kanji lernen kann. Das ist aus meiner Sicht Unfug. Ich habe immer wieder Stundenten gesehen, die nach den Sommerferien von N2 Level nach N5 zurückgefallen sind. Klassisches Bulimielernen.
Mein persönliches Tempo sind 3..4 neue Kanji am Tag. D.h. wir haben eine Reise von 2..3 Jahren vor uns.
Zum Vergleich - japanische Schüler lernen diese Menge Kanji bis zum Abitur. Und das sind Muttersprachler mit 100% Immersion im Land.

Reihenfolge des Kanjilernens:
  • Kanji Radikale lernen, das sind nur ca. 214
  • N5->N4->N3 lernen (das ist auch ungefähr das Kartendeck im Paket)
  • zwischenzeitlich eine Anki-Datenbank mit N5..N1 plus Jouyou aufmachen. Das sind ungefähr 3000 Kanji
  • sobald man mit N5..N3 fit ist, LESEN anfangen Den eigenen Sprachfähigkeiten angepasstes Material lesen. Ich empfehle zunächst Manga mit Furigana. Das sind natürlich Manga für ein jüngeres Publikum, aber man ist ja zu diesem Zeitpunkt auch erst in der dritten Klasse, Kanji-mäßig gesehen. Wortschatz noch weniger. Nun kommt der Trick, den ich im Nachhinein betrachtet gerne schon früher angewandt hätte:
    Die oben erwähnte Anki-Datenbank ist zunächst nach N5->N1 sortiert. Nun behält man Anki beim Manga-oder-was-auch-immer-Lesen offen und gibt unbekannten Kanji eine höhere Priorität. Damit schafft man sich einen Zeichensatz, der den eigenen aktuellen Bedürfnissen angepasst ist.
Und das ist der entscheidende Knackpunkt: Man muss sich erlerntes Wissen immer wieder in Erinnerung rufen, sonst geht es verloren. Auf die Art arbeite ich mich aktuell durch die Kanji. Wann immer ich ein Kanji sehe, das ich nicht kenne, kommt das in der Anki-Liste auf Startnummer 0. Wobei man da natürlich auch etwas abwägen muss. Wenn ich z.B. ein Zeichen für einen obskuren Tiernamen sehe, dann setze ich den auch auf eine etwas höhere Startnummer, z.B. 10, 100, oder 1000. Da jeden Tag ja nur 4 neue Kanji gelernt werden, kann man davon ausgehen, dass dieses Kanji dann nur zum Zuge kommt, wenn ich lange nichts anderes, wichtigeres gesehen habe. Wenn ich aber z.B. ein Kanji finde, dann nehme ich es auch nach vorne. Weil das dann eben für mich spezifischer Wortschatz ist.
Was ich z.B. auch mache, ich suche mir digitale Datenblätter von elektronischen Bauteilen die ich aktuell verwende auf Japanisch. Die übersetze ich und finde bei der Gelegenheit für meine Arbeit spezifische Fachbegriffe.
Einen Punkt habe ich bisher stillschweigend übergangen habe ist die Sache mit der Lesung von Kanji. Jedes von diesen Zeichen hat mit wenigen Ausnahmen mindestens zwei Lesungen und bis zu, naja, sagen wir zehn Lesungen. Wie man das, wenn man nicht im Land wohnt, strukturiert in den Kopf bekommen soll, ist mir ein Rätsel. Mein Lösungsansatz ist, die Kanji zunächst auf Sinnverständnis zu lernen und die Lesungen nach und nach beim Lesen von Texten zu lernen.
Ich finde, dass dieses Verfahren für meine Zwecke gut passt.

Anmerkung zu Eselsbrücken: Viele Autoren erfinden aufwändige mnemotechnische Hilfskonstruktionen um Bestandteilen von Kanji einen Namen zu geben. Für viele Lernende mag das hilfreich sein, ich kann mich jedoch nicht mit dem Gedanken anfreunden, mir z.B. 大 als "Bernhardiner" zu merken. Die primäre Bedeutung dieses Zeichens ist "groß". Durch das Lernen der tatsächlichen Bedeutung von Kanji-Bestandteilen, ergibt sich gleichzeitig die Chance, Lerngeschichten für Kanji zu erarbeiten, die auf dem tatsächlichen Sinn der Bestandteile basieren.

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Phonetik


Japanisch zu sprechen ist für einen Deutsch-Muttersprachler kein Problem. Selbst die wenigen Phoneme die wir nicht kennen, können hinreichend nah reproduziert werden, so dass der Sinn eindeutig wird.
Die folgenden Zeilen sind als Stichwortsammlung zu sehen, um beim Studium der verlinkten Quellen das Augenmerk in die Richtung bekannter Probleme zu leiten.

Vokale
Man vergleiche das Vokaltrapez des Japanischen mit dem des Deutschen
Den 15 Vokalen des Deutschen stehen 5 im Japanischen gegenüber. Ein erster Grund dafür, warum Japaner solche Probleme mit unserer Sprache haben. Die Diphtonge im Japanischen auch eher nacheinander gesprochene Monophtonge. Ein Japaner wird verstehen, wenn jemand 'hokka.i.do' oder 'hokkai.do' sagt.

Konsonanten
Bei den Konsonanten des Japanischen wird es deutlich interessanter.

Im Gegensatz zum Deutschen und noch mehr als z.B. im Englischen ist der Unterschied zwischen stimmhaften und stimmlosen Konsonanten sinntragend! Im Deutschen sind die Unterschiede zwischen den Frikativen し、ち、じ bei weitem nicht so wichtig. Die Silbenfolge vorne heißt übrigens, unter anderem, sieben Uhr - 七時. Je nach Herkunftsdialekt sind diese Nuancen für den Deutschen schwer bis gar nicht zu erkennen.
Was wir wiederum kennen ist て、で、と、ど、か、が、き、ぎ.

Wie kann man testen, dass man einen Laut stimmhaft auspricht? Beim Sprechen die Fingerspitzen an den Kehlkopf halten. Bei stimmhafter Aussprache ist ein Vibrieren in den Fingerspitzen zu spüren. Beispiel: ka (stimmlos/unvoiced) / ge (stimmhaft/voiced).

Das japanische ふ ist auch kein [fu], aber eine falsche Aussprache führt nicht zu Verständnisproblemen.

Ditto beim ら、り、る、れ、ろ. Die Laute /ɾ/ und /ɺ/ sind dafür verantwortlich, dass untrainierte Japaner keinen Unterschied zwischen Rinde und Linde oder Rand und Land erkennen können. Diese Laute sind für uns ungewohnt und für viele nicht einfach zu lernen. Ein Japaner wird jedoch die deutschen Laute /r/ /ʀ/ /ʁ/ ohne große Probleme auf /ɾ/ /ɺ/ abbilden können. Wo ist für einen Hobbyisten also das Problem? Man wird schon vom Aussehen her niemals für einen Japaner gehalten werden.

Betonung – Sprachmelodie - lokale Unterschiede
Japanisch hat tatsächlich einen melodischen Akzent. Sprachwissenschaftler sind sich aber einig, dass das dieser den geringsten Inhalt transportiert.
Hasegawa (2015, ch.1j) schreibt zum Theme "Pitch Accent": Japanese is categorized as a pitch-accent language because some Japanese words are distinguished solely by pitch-pattern differences. Well know examples are はし (High-Low) "chopsticks" and はし (Low-High) "bridge". However, such pairs are not numerous; pitch pattern differ significantly from dialect to dialect, and context almost always resolves the ambiguity. Practically speaking, therefore, pitch accent is the least important aspect of Japanese pronunciation. There are pronunciation dictionaries, but you are encouraged to imitate native speakers as best as you can, rather than trying to fabricate the prununciation from written notations.
Dies deckt sich mit meiner persönlichen Erfahrung in Gespräch mit Muttersprachlern. Die Vorlesefunktion von Google Translator bietet sich an, falls man einen Beispieltext in Standardjapanisch hören möchte.

Unbestritten ist, dass ein betontes Satzende eine Frage signalisieren kann, auch ohne die Marker-Endsilbe か.

Aber beim Rest unterscheiden sich die lokalen Akzente. Nach meiner persönlichen Erfahrung reiten gerade Tokyoter auf ihrem Akzent herum - den außer ihnen niemand in Japan spricht. Auch hier ist der GT erstaunlich hilfreich - einfach einen ganzen Satz inklusive Satzzeichen eingeben und vorlesen lassen.

Auch die Allophone entsprechen nach meiner Erfahrung der Sprechweise in Tokyo. Das [g]-Allophon /ŋ/ hört man manchmal statt /g/. Das ist wie wenn ein Berliner 'jurke' statt 'gurke' sagt.

Das Schöne am Japanischen ist, dass die Schrift praktisch eine Lautschrift ist. Es gibt aber Unterschiede in den Dialekten. Insbesondere der Tokyoter Dialekt verwendet bei dunklen Vokalen vor Konsonanten ein "de-voicing". Dadurch wird z.B. aus "好きですよね!" -> "すきですよね!" Nicht /sukidesuyone/, sondern eher /skidesyone/. Ich persönlich habe mehr Umgang mit Kansai-ben bzw. den Akzenten von ein paar kleinen Inseln in West-Kyushu.

Sehr interessant ist die Tatsache, dass Japanisch einen konstanten Takt hat. Jede More ist gleich lang. Das ist tatsächlich auch wieder sinntragend. Ein ん wird genauso lang gesprochen, wie ein な 'na'. Und es ist ein Unterschied zwischen きんえん und きねん (禁煙 / 祈念) vorhanden.

Gedanken zur Dekodierung von gehörter Sprache
Dekodierung von gehörter Sprache: Das Gehirn muss sich erstmal auf den Sprecher aufsynchronisieren. Wenn der Sprecher dieselbe Muttersprache im Standarddialekt spricht, geht das normalerweise instantan. Interessanter wird es schon, wenn ein Hamburger einem Münchner zuhören will. Der Akzent ist schon recht unterschiedlich und beide Dialekte verwenden spezifische Phoneme. Beim Gespräch, oder auch nur beim Zuhören, in einer anderen Sprache, muss man sich etwas reinhören. Typisches Beispiel wäre wohl Englisch. Wenn man nur einen der großen Standarddialekte kennt (Received Pronunciation oder General American), dann kann der Wechsel zwischen diesen schon ein wenig aufwendig sein. Aber mit entsprechender Übung ist das auch kein Problem. Was passiert nun, wenn ein kontextloser Sprachfetzen aufgeschnappt wird? Eine Gespräch der Sitznachbarn im Flugzeug, eine Zeile aus einem Lied? Nun wird es interessant. Das Gehirn versucht sich nun aufzusynchronisieren, was bei entsprechender Auswahl an Sprachen und Dialekten eine ganze Weile dauern kann. Oder es geht total daneben. Bei Interaktion mit dem Sprecher, kann man das ganze relativ leicht in den Griff bekommen. In anderen Situationen, findet man partout keine Lösung. Randbemerkung: ich kenne eine ganze Menge englische Akzente. Es macht immer Spaß, rauszufinden, wo der Gegenüber herkommt. Wenn ich z.B. bei einer bestimmten australischen Firma anrufe, passt der Akzent meist nicht - weil die entsprechende Supportabteilung in Neuseeland sitzt. Anderes beispiel wäre ein Elektronikgroßhändler, der sein Callcenter in Südafrika betreibt - da habe ich eine Dame mal gefragt, warum Ihr Englisch so nach Holland klingt. Afrikaans hatte ich in dem Moment nicht auf dem Schirm.
Fußnote: Received Pronunciation hat die erklärte Funktion, dass die geographische Herkunft des Sprechers nicht bestimmt werden kann. Sie ist traditionell die Sprache der britischen Oberschicht, wie sie an sogenannten "public schools" gelehrt wird. "public" bedeutet hier, öffentlich für jeden, der genug Kohle mitbringt.

On-Yomi und moderne chinesische Aussprache
Manche Wörterbücher, so auch jisho.org, geben für Kanji auch Lesungen in anderen Sprachen an. Besonders interessant ist hier sicher der Vergleich mit der aktuellen chinesischen Aussprache.
Nimmt man nun als Beispiel das Kanji 父, so sieht man als japanische On-Yomi ふ. Für die chinesische Ausprache wird fu4 und fu3 angeboten. Die Ziffern beziehen sich auf die Tonalität der chinesischen Sprache. Wie sich die Tonhöhe über die Sprechdauer verhält, ist im Chinesischen phonemisch, d.h. sinnunterscheidend. Das moderne Chinesisch unterscheidet nur noch vier Töne:
tonalitaet.png
  • 1. Ton: gleichbleibend hoch
  • 2. Ton: steigend
  • 3. Ton: tief fallend
  • 4. Ton: scharf abfallend
Das Japanische verfügt über wenige Vokale, nur die Art ihrer Erzeugung und ihrer Länge sind phonemisch. Fremdworte aus dem Chinesischen mussten nun, unter Wegfall der Tonalität, auf das japanische Lautsystem reduziert werden. Hierin liegt sicher eine wichtige Ursache für die überwältigend hohe Anzahl von Homonymen in der japanischen Sprache. Auch ohne nähere Beschäftigung mit dem Chinesischen, bekommt man so vielleicht ein Grundgefühl, wie sich die Lesung der Kanji über die Jahrhunderte verändert hat. Außerdem kann man nachvollziehen, dass für den westlichen Sprecher die Tonalität vielleicht schwer zu produzieren ist, aber einfach einen weiteren, nicht mehr oder weniger logischen, phonetischen Mechanismus darstellt.

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Wörterbücher - online


www.jisho.org
Jisho is a powerful Japanese-English dictionary. Damit ist alles gesagt. Dieser Link ist praktisch immer geöffnet, sobald ich online bin.
Tipp #0: Bedienungsanleitung lesen, insbesondere die Search Options. Diese Information zumindest im Hinterkopf behalten.
Tipp #1: Die Radikaleingabe ist ein starkes Hilfsmittel, um unbekannte, schlecht lesbare Kanji zusammenzusetzen.
Tipp #3: Für den geübten Anwender stellt die Tastatureingabe von SKIP-Codes eine Möglichkeit dar, die Auswahl von möglichen Treffern einzuschränken. Voraussetzung ist das sichere Erkennen von Radikalgruppen und Strichzahlen. Laut den
Search Options
von jisho.org
werden SKIP-Codes im Format
#kanji #skip:1-2-3
eingegeben. SKIP-Codes werden von Jack Halpern in seinem New Japanese-English Character Dictionary verwendet, um Kanji, deren Aussprache dem Leser unbekannt ist, nach ihrem Erscheinungsbild (visual style) mit drei Zahlen zu klassifizieren. Das Verfahren ist ein Beispiel, wie die Suche in klassischen Wörterbüchern oder auf Computersystemen ohne grafische Eingabemöglichkeit optimiert werden kann.

Google Translator
Am Arbeitsrechner habe ich ein Grafiktablett mit Stift. Ich verwende die Handschrifterkennung von Google Translator, um unbekannte Kanji einzugeben. Oder wenn mir partout keine Lesung und kein Stichwort nicht einfällt, um im www.jisho.org nachzuschauen.
Tipp #0: Die Übersetzungsvorschläge von GT sollten nicht ohne gründliche Prüfung verwendet werden. Die deutliche Schwäche des GT bei der Übersetzung von Einzelbegriffen ergibt sich aus den Eigenheiten der japanischen Sprache. Da sowohl Bedeutung, als auch Aussprache eines einzelnen Zeichen oder Wortes stark vom erweiterten Kontext abhängen, sind der Treffgenauigkeit natürliche Grenzen gesetzt.
Die Vorlesefunktion kann nützlich sein, um ein Gefühl für die Aussprache eines Satzes im tokyoter Standardakzent zu bekommen.
Tipp #1: Um gezielt die japanische Handschrifterkennung zu aktivieren, stellt man die Sprachauswahl von Sprache erkennen nach Japanisch. Damit werden sehr zuverlässig die Kana und Jouyou-Kanji erkannt.
Tipp #2: Steht die Spracherkennung auf Japanisch, so erkennt GT bestimmte seltene Radikale und Radikalgruppen nicht.
  • Beispiel 1: Eingabe von 卬 ergibt 印.
  • Beispiel 2: Eingabe von 离 ergibt 裔 oder 高.
Lösung: Man schaltet die Sprache für dieses Kanji auf Chinesisch. Beide Beispiele werden sauber erkannt und können zur weiteren Verarbeitung nach jisho.org kopiert werden.
Bonus: Man sieht die chinesische Lesung des Zeichens und kann diese mit dessen On-Lesung vergleichen. Für Beispiel 2 wäre das [Lí] und [チ] oder [リ].
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Firefox mit Rikaichamp als Lesehilfe für japanische Texte
Die nachstehend beschriebenen Konzepte funktionieren mit jedem Webbrowser mit installierter Lesehilfe für Japanisch. Diese konkrete Beschreibung ist für Firefox 73.0.1 und Rikaichamp 0.1.16 geschrieben. Rikaichamp ist eine der Lesehilfen, die nach dem Firefox "Quantum"-Upgrade noch funktioniert. Rikaichamp enthält einen Parser, der japanischen Text unter dem Mauszeiger dekodiert und Übersetzungsvorschläge in einem Overlay-Fenster anzeigt.
Webbrowser können auch normale Textdateien anzeigen. Auf dem Windows-Desktop legt man dazu praktischerweise eine utf-8-kodierte-Datei
nihongo.txt
an. In diese kopiert man Texte aus beliebigen Dokumenten (Datenblätter, Emails, ...). Anschließend zieht man
nihongo.txt
in ein offenes Firefox-Fenster. Damit steht für jeden beliebigen Text die Lesehilfe zur Verfügung.
Um Änderungen an
nihongo.txt
im Webbrowser anzuzeigen, speichert man die Datei ab und wählt Aktuelle Seite neu laden im Webbrowser.
Hinweis: Um Sonderzeichen in Textdateien und Webseiten abzuspeichern, gibt es verschiedene Kodierungsverfahren. Am weitesten verbreitet ist UTF-8. Auch diese Webpage verwendet die UTF-8-Kodierung um sicherzustellen, dass z.B. Umlaute und Kanji international korrekt angezeigt werden.
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Takoboto
Fast schon eine Rarität in der heutigen Zeit, bietet Takoboto neben seinem Webwörterbuch tatsächlich eine Offline-App für Windows und Android. Das Wörterbuch ist mehrsprachig und basiert auf den JMDict, EDICT und KANJIDIC-Wörterbüchern, die seit 1991, angetrieben durch die Pionierarbeit von Jim Breen, entstehen.

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Lernen und Nachschlagen


Online Quellen

IMABI - Comprehensive Japanese Course
Linguistisch fundierter Sprachkurs mit über 400 Lektionen. Die große Menge an Beispielsätzen zeigt grammatikalische Konstruktionen im Kontext und liefert gleichzeitig Leseübungen mit englischer Übersetzung.
Der Autor bittet auf der Website und unter Facebook um Spenden. Aus meiner Sicht übersteigt der Wert dieses Sprachkurses den von vielen Lehrbüchern. Eine finanzielle Unterstützung ist hier mehr als angemessen.

Tae Kim's Guide to Learning Japanese
Seit Jahren eine Standardsammlung für online Informationen rund um die japanische Sprache. Für mich weniger zugänglich als IMABI.

Wikipedia: Japanische Sprache
Sowohl die deutsche, als auch die englische Wikipedia bieten eine Fülle an Informationen zur japanischen Sprache. Wenn man sich die Hyperlinks entlanghangelt findet sich Lesestoff für Monate.
Wikipedia: Japanische Grammatik Grundlageninformationen zur japanischen Grammatik.
Wikipedia: Japanese Particles Umfangreiche Liste der japanischen Partikeln.
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Offline Quellen (früher hätte man "Bücher" geschrieben)

Hasegawa, Yoko: Elementary Japanese
Umfassendes Japanisch-Lehrbuch für Einsteiger auf College-Niveau. Mit Hörbeispielen und Aufgaben auf CD.
Verlag: Tuttle Publishing; Auflage: (1. August 2015)
Sprache: Englisch
Volume 1: ISBN-10: 4805313684 / ISBN-13: 978-4805313688
Volume 2: ISBN-10: 4805313692 / ISBN-13: 978-4805313695

Benesse Challenge
English<>Japanese Dictionary. Wörterbuch für die japanische Mittelschule.
Sehr schön illustriertes Wörterbuch für den Einsteiger. Empfehlenswerte Ergänzung zu Online-Wörterbüchern.
ISBN 978-4-8288-6758-8

Reclam Sachbuch, Geschichte Japans
Kompakte Zusammenfassung der Japanischen Geschichte. Als Alternative zu Wikipedia/Japan.
ISBN 978-3-15-018961-0

Herbst, Thomas: English Linguistics
A Coursebook for Students of English. Hervorragend aufgearbeitete, oft kurzweilig zu lesende, umfassende Sammlung für den Einstieg in die Sprachwissenschaft.
De Gruyter Mouton; 2010
ISBN 978-3-11-020367-7
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Japanisch Foren


www.japanisch-netzwerk.deDeutschsprachiges Japanisch Forum.
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Anki - elektronischer Karteikasten


Für den ernsthaften Einstieg in Anki hätte ich ein paar Vorschläge zu den Einstellungen. Nach verschiedenen Fehlanläufen ist meine Lernstrategie folgende:
  • Lernen der Bedeutungen der Kanji mit Anki
  • Lernen der Lesung im Kontext von tatsächlichen Texten
Die folgenden Informationen sind auf diese Lernstrategie optimiert.

Vor dem Beginn der Arbeit mit Anki lohnt sich ein Blick in das Benutzerhandbuch

Achtung: ich verwende Anki Version 2.0.44 und möchte dies auch nicht ändern, bis ich mit dem aktuellen Deck fertig bin. In den neueren Versionen gab es Änderungen am Scheduler. Da ich mein Lernverhalten statistisch auswerte, könnte es hier einen unerwünschten Einfluss auf die erhobenen Daten geben. Eine testweise Installation von Anki 2.1.22 wurde schnell wieder entfernt. Das verwendete Farbschema ist recht unglücklich und der Renderer produziert ein unscharfes Schriftbild. Die Größe des Installationspaketes ist von 28MB nach 97MB angestiegen, was wohl dem neuen Qt-Framework zu verdanken ist. Anki-Changelog.


Informationen zum Anki-Algorithmus
Aus dem Handbuch: For Hard, Good, and Easy, the next interval is additionally multiplied by the interval modifier. If the card is being reviewed late, additional days will be added to the current interval, as described here.
There are a few limitations on the scheduling values that cards can take. Eases will never be decreased below 130%; SuperMemo’s research has shown that eases below 130% tend to result in cards becoming due more often than is useful and annoying users. Intervals will never be increased beyond the value of maximum interval. Finally, all new intervals (except Again) will always be at least one day longer than the previous interval.

Again:
The card is placed into relearning mode, the ease is decreased by 20 percentage points (that is, 20 is subtracted from the ease value, which is in units of percentage points), and the current interval is multiplied by the value of new interval (this interval will be used when the card exits relearning mode).

Hard:
The card’s ease is decreased by 15 percentage points and the current interval is multiplied by 1.2.

Good:
The current interval is multiplied by the current ease. The ease is unchanged.

Easy:
The current interval is multiplied by the current ease times the easy bonus and the ease is increased by 15 percentage points.


Fallen im Algorithmus. ANKI ist nur ein Hilfsmittel und man sollte sich nicht zu seinem Sklaven machen.

Good verändert nicht den Ease-Faktor. Um durch Again/Hard reduzierten Ease wieder aufzubauen, muss man gelegentlich Easy tippen! Ansonsten haben die am längsten bekannten Karten irgendwann nur noch den minimalen Ease.

Zu große Abstände bei Again/Relearn. Wie oben beschrieben, passiert bei der Auswahl von Again folgendes:
  • der Ease wird um 20% reduziert (fest kodiert im Algorithmus)
  • das Intervall wird mit Lapses/New Interval multipliziert, im Beispiel 35%
Damit würde eine Karte, die ein Intervall von 100 Tagen hatte, nach dem Relearn sofort wieder für 35 Tage im Kartenstapel verschwinden. Mir geht es so, dass dieser Abstand zu groß ist. Daher wähle ich am Ende vom Relearn nicht Good, sondern More/Bury Card. Dadurch wird die Karte am nächsten Tag nochmal angezeigt. Passt nun alles, wähle ich Good, ansonsten folgt eine weitere Again/Relearn-Runde.

Nicht zu streng zu sich selbst sein. Dies ist nicht direkt eine Falle im Algorithmus, eher ein Vorschlag für den Umgang mit menschlicher Unzulänglichkeit. Manchmal schaut man einfach falsch hin oder steht schlicht auf dem Schlauch. In diesem Fall kann sich überlegen, ob man eine Again/Relearn-Runde anfangen oder sich selber noch eine Chance geben will. Im zweiten Fall wählt man More/Bury Card und wartet was der nächste Tag bringt.


Beispiel für Einstellungen

Deck Options

Deck Optionen für 2200 Basiskanji:
  • Steps (in minutes): 1 10
  • New card/day: <- wird von mir dynamisch angepasst
    • if daily review-count > 80 -> 0..1
    • if daily review-count > 70 -> 2
    • if daily review-count < 70 -> 4
  • Graduation interval: 1 day
  • Easy interval: 4 days
  • Starting ease: 250%

Reviews
  • Maximum Reviews/day: 1000
  • Easy bonus: 130%
  • Intervall modifier: 80% <== Der minimale Ease ist fest auf 130% kodiert. Das ist mir zu groß. Bei minimalem Ease ergibt sich hiermit 80% von 130% und damit eine minimale Intervallerhöhung von 4%.
  • Maximum interval: 105 days <== WICHTIG, ansonsten wird der Abstand zwischen zwei Sichtungen zu groß! Ergibt die Anzahl der täglichen Reviews im Endstadium des Decks. Hier 2200/105 = 21. Ggf. anpassen für fortgeschrittenen Sprecher.

Lapses
  • Steps: 10 min
  • New interval: 35% <== Was vom erabeiteten Intervall übrig bleibt. Siehe auch Fallen im Algorithmus
  • Minimum interval: 1 day
  • Leech threshold: 20 lapses
  • Leech action: Tag only <== WICHTIG, ansonsten verschwinden Karten!

Deckreihenfolge
Zum Thema Deckreihenfolge schlage ich vor, die Karten zunächst entweder nach JLPT N5..N1 zu sortieren, oder nach JouYou-Jahrgangsstufen 1..7. Danach werden die JouYou-Kanji die ab der achten Klasse gelernt, werden als 8 einsortiert und danach die Jinmeiyou (人名用漢字) als 9. Alle weiteren Kanji werden einfach hinten angehängt.
Sobald man bei N5..N3 bzw. 1..5 fit ist, kann man langsam das Lesen anfangen und das Deck nach dem eigenen Bedarf umzusortieren. Ziel sollte weiterhin sein, N5..N2 bzw. 1..7 priorisiert zu lernen. Dies wird aber ergänzt durch die beim Lesen gefundenen Kanji.

Umsortieren im Anki-Browser
Umsortieren geschieht im Anki-Browser. Der Edit/Reposition-Befehl ermöglicht das Anpassen der Fälligkeit "Due" von einzelnen Karten oder ganzen Blöcken von unbekannten Karten.
Notwendige Anzeigen:
- Sort Field: Als "Sort Field" bietet sich die oben beschriebene 1..9 Nummerierung für Jouyou an. Was nicht in die Jouyou passt, wird mit "-" gekennzeichnet.
- Due: Due zeigt die Reihenfolge der Startposition der noch nicht gelernten "New Cards" als Zahl an. Durch "Reposition New Cards" kann die Startposition einer einzelnen Karte verändert werden. Startposition 0 ist die nächste zu lernende Karte. Due zeigt die Fälligkeit der auf Wiedervorlage "Review" liegenden Karten mit einem Datum an.

Hinweis: ein Reschedule einer Karte löscht deren bisherigen Lernverlauf.

Optimierung der Due-Position nach persönlichem Bedarf:
Trifft man beim Umgang mit japanischen Texten auf ein unbekanntes Kanji, so kann man diesem eine neue Startposition geben. Je nach persönlicher Einschätzung setzt man das Kanji auf Startposition 0, um es so schnell wie möglich zu lernen, oder auf eine andere Startposition, um es gelegentlich, wenn zwischendurch nichts dringenderes auftritt, zu lernen.
Beispiel: Der Lernende kennt aktuell 500 Kanji und lernt jeden Tag 4 neue Kanji. In einem Text über Kendo fällt 籠手 [こて] Fechthandschuh. 籠 ist ein relativ seltenes Jouyou 8 Kanji. Vielleicht setzt man dieses Kanji auf Startnummer 20. Falls keine anderen Kanji dazwischenkommen, erscheint dieses nach 5 Tagen zum Lernen.
Wenn man immer wieder dieselben Kanji nachschaut, wird man diese bevorzugt nach vorne setzen.
Im frühen Lesestadium wird man sehr viele Kanji nicht kennen. Mit fortschreitendem Lernerfolg entspannt sich diese Situation zusehends.

Backup:
Anki bietet Möglichkeiten Kartendaten ohne jede Quittierung zu ändern. Mehr als einmal Rückgängig machen über ist nicht vorhanden.
Machen wir uns nichts vor - Kanji lernen ist ein riesiges Unterfangen. Wie bei jedem anderen Projekt auch, sollte man einen hinreichend aktuellen Zwischenstand wiederherstellen können. Anki hat eine Backup-Funktion File/Export , welche die komplette Datenbank, inklusive Mediendateien als collection.apkg auf dem Desktop speichert.

Backupstrategie:
- Mindestens am Ende einer Lernsession sollte collection.apkg erstellt werden.
- Mindestens einmal pro Woche wird collection.apkg in collection_[datum_hinweistext].apkg umbenannt und dem allgemeinen Backup zugeführt.

Profile:
Anki erlaubt das Anlegen von mehreren Profilen. Beim File/Export wird der Inhalt des aktuellen Profils in eine apkg-Datei exportiert.
Ist nur ein Profil vorhanden, so wird dieses automatisch beim Programmstart verwendet. Sind mehrere Profile vorhanden, wird eine Auswahlbox beim Programmstart angezeigt. Während des Betriebs kann das Profil mit File/Switch Profile gewechselt werden.
Um das aktuelle Arbeitsprofil möglichst sauber zu halten, empfiehlt es sich, neue Decks zunächst unter einem Test-Profil mit File/Import importieren und zu überprüfen. Anschließend kann man das Test-Profil löschen und und das neue Deck in das Arbeitsprofil zu importieren.


Anki auf mehreren PCs:
Ich setze Anki ohne die AnkiWeb-Funktion ein. Allerdings speichere ich die Datenbank auf einem lokalen Server zwischen, so dass jeder Computer im Haus mit denselben Anki-Daten arbeiten kann. Dazu habe ich ein Windows-Batchfile geschrieben, über das Anki gestartet wird. Die unten beschriebene Vorgehensweise wurde mit v2.0.44 getestet. Es wird dringend empfohlen, auf allen beteiligten PCs dieselbe Anki-Version zu verwenden oder zumindest Versionen, deren Datenbank kompatibel ist.
Ablauf:
- Datenbank auf Server für andere Benutzer sperren - Datenbank von Server auf lokalen PC holen
- Anki öffnen
- warten bis Anki geschlossen wurde
- Datenbank vom lokalen PC auf Server schieben
- Datenbank auf Server entsperren

Anki Daten:
Die Anki-Daten sind auf einem Windows 7/10 PC nach einer Standardinstallation wie folgt verteilt:
  • Datenbank:
    %APPDATA%\Anki2
  • Programmeinstellungen:
    C:\Program Files (x86)\Anki
  • Anki-Programm:
    C:\Program Files (x86)\Anki\anki.exe
Um die Deckdaten zwischen zwei PCs auszutauschen, genügt es, das "%APPDATA%\Anki2"-Verzeichnis zu kopieren.
C:\Program Files (x86)\Anki
enthält weitere Informationen, wie z.B. Fensterpositionen und ist weniger sinnvoll.
Als Kern für ein Kopierskript vom Server könnte folgende Zeile dienen:
robocopy "%tdrive%%tpath%\Anki2" "%APPDATA%\Anki2" /MIR /FFT /COPY:DT /W:5 /ETA /XD backups /XF prefs.db

Als Kern für ein Kopierskript zum Server könnte folgende Zeile dienen:
robocopy "%APPDATA%\Anki2" "%tdrive%%tpath%\Anki2" /MIR /FFT /COPY:DT /W:5 /ETA /XD backups /XF prefs.db

robocopy
ist seit Windows 7 direkt als Shellbefehl verfügbar. Der Name steht für Robust Copy und ermöglicht das robuste und datenmengenoptimierte Kopieren. Die oben gezeigten Befehle spiegeln die Anki-Datenbank zwischen den Quell- und Zielverzeichnissen. Ausgeschlossen werden dabei die automatischen Backups und Präferenzen.

Wichtige Tastaturkürzel:
Lernen:
Aus dem Handbuch:
Most of the common operations in Anki have keyboard shortcuts. Most of them are discoverable in the interface: menu items list their shortcuts next to them, and hovering the mouse cursor over a button will generally show its shortcut in a tooltip.
When studying, either space or enter will show the answer. When the answer is shown, you can use space or enter to select the Good button. You can use the 1-4 keys to select a specific ease button. Many people find it convenient to answer most cards with space and keep one finger on 1 for when they forget.


Browser: -s : Reposition: Startposition einer noch nicht gelernten Karte anpassen.


Vorschläge für Decks:
Rund um die japanische Sprache ist eine riesige Flut von Kartendecks verfügbar. Es folgt eine Auswahl von Beispielen, die sich für mich bewährt haben.

RADIKALE:
Wenn Hiragana und Katakana gelernt sind, empfehle ich 214 Japanese Radicals oder ein ähnliches Kanji-Deck.
Das Konzept der Radikale spart später gigantisch Hirn-Speicher beim Kanji lernen. Aus den Radikalen setzt man dann wieder komplexere Sub-Komponenten zusammen usw.
Beispiel: 熊 Bär
Subkomponenten: 能 Talent, Fähigkeit; 灬/火 Feuer
Radikale: 匕 Löffel/Katakana hi; 厶 Ich; 月 Mond,Fleisch; 灬/火 Feuer

KANJI-WÖRTERBUCH als Beispiel für das Erlernen des Heisig-Konzepts:
Wenn Ihr N5..N3 drauf habt, könnt Ihr zum spezifischen Lernen mit einem Jouyou-Anki-Deck wechseln. Ich arbeite mit diesem Deck.
Allerdings war das vielleicht nicht die beste Wahl:
- der Autor verwendet eigene Definitionen der Radikale, die ich durch Standarddefinitionen ersetze
- die Lernreihenfolge ist für den Online-Kurs des Autors angepasst
- er verwendet recht oft unnötig schmutzige Eselsbrücken. Ich bin erwachsen und kann damit leben, aber es gibt bessere Alternativen

KANJI-WÖRTERBUCH:
Dieses Deck Kanji with strokes ist die Basis meines großen Wörterbuchs. Der Lernmodus ist nur noch "Kanji Erkennen". Hier werden Informationen über alle Kanji eingetragen, mit denen ich arbeite. Von anfänglich 2200 Kanji ist der Umfang auf über 3400 angewachsen, Tendenz steigend.

KANJI-WÖRTERBUCH:
Dieses sehr umfangreiche Deck, in Kombination mit angepassten Karten, könnte eine sehr gute Wörterbuchbasis sein.
Dieses Deck hat standardmäßig zwei Lernrichtungen - Recall und Recognition. Da Recall ein englisches Wort zeigt und es hierfür sehr oft mehrere Kanji-Lösungen gibt, führt dies beim Lernenden schnell zu Frust. Ich empfehle daher, anderes als beim Lernen von Sprachen, nur in die Richtung "Recognition" zu lernen. Die Karte "Recall" sollte daher deaktiviert bzw. gelöscht werden.


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Input Method Editor - Japanische Tastatur


Um mit einer westlichen Tastatur Japanisch Schreiben zu können, benötigt man eine Zwischenschicht, welche Tastendrücke in Kana und Kanji umsetzt. Diese Programme nennen sich IME, Input Method Editor. Es gibt verschiedene Hersteller und Varianten für unterschiedliche Betreibssysteme. Bei mir ist Microsoft IME unter Windows 7 und Windows 10 im Einsatz, weil ich den Einsatz von Bordmitteln bevorzuge.

Was man nach der Installation wissen muss:
  • Umschalten zwischen den Sprachen: LeftShift-Alt oder per Maus auf die Länderkennung in der Taskleiste.
  • Danach Einstellen des Eingabemodus über Strg-Capslock: Eingabe im Hiragana-Modus: Anzeige "あ". Bei anderen Versionen des IME erfolgt das Umschalten auf der deutschen Tastatur durch Alt-^ (amerikanische Tastatur: Alt-~). Alternativ kann auch durch Mausclick und Auswahl im Taskleistenmenü umgeschlatet werden.
  • Eingabe erfolgt morenweise, d.h.
    • zwei Tastendrücke ergeben ein Kana ta->た, nn->ん (jawoll, ん ist eine More!) bzw.
    • drei Tastendrücke ergeben einen palatalen Konsonant nya -> にゃ.
    • glottale Stopps werden durch Verdoppelung des Konsonanten eingegeben. Der IME ersetzt den gedoppelten Konsonanten durch ein kleines tsu. Hokkaido -> ほっかいど. Hatten -> はってん. Ipukku -> いっぷく.
    • Längungen werden in Hiragana üblicherweise ganz einfach durch ein う signalisiert - どうも. In Katakana wird ein Längungsstrich verwendet - ドーモ. Der Strich hängt auf dem ß.
    • Das Japanische kennt keine Groß-/Kleinschreibung als grammatische Funktion, so wie Deutsch oder auch Englisch. Allerdings werden mit Kleinbuchstaben andere Funktionen dargestellt. Zur gezielten Eingabe von kleinen Kana kann man auch ein l voranstellen: tu -> つ - ltu -> っ
    • Mit Katakana werden u.a. Eigennamen und Fremdworte wiedergegeben. Das erfordert oft die Darstellung von Lauten, die das Japanische nicht kennt. Dazu wird ein Katakana mit einem kleinen Katakana kombiniert. Komplexes Beispiel "Disneyland" -> ディズニーランド. Erzeugt ein [di] durch "ディ", eingegeben "deli". Bonus: Längungsstrich.
      Winter -> ウィンター. {Sehr interessanter phonetischer Nebeneffekt: an der Katakana-Schreibweise kann man erkennen, aus welcher Sprache das Fremdwort importiert wurde. Der "Winter" kommt aus dem britischen Standardenglisch. Eine für mich als Franke faszinierende Geschichte ist die Unterscheidung zwischen stimmhaftem und stimmlosen alveolaren Frikativen, wie z.B. in さ und ざ, weil ich diesen Unterschied nur sehr schlecht höre. Ein Japaner würde z.B. "the winner" mit hoher Wahrscheinlichkeit mit "ザーウイナー" umschreiben. Im Gegenzug zum Deutschen, der eher zu "se winner" neigen würde. Beim Lesen von englischen Fremdworten im japanischen sehe ich oft Fehler in meiner englischen Aussprache, die aufgrund von meinem unterfränkischen Akzent entstehen. D.h. Japanisch lernen bedeutet Lernen der eigenen Sprache und der Fremdsprache Englisch.}
  • Return beendet einen Eingabeblock "hatten" -> はってん
  • Space bietet Konvertierung in Kanji, ggf. mehrere Möglichkeiten aufgrund von Homonymen: "hatten" -> はってん -> 発展 (Entwicklung)
  • IME verwendet ein amerikanisches Tastaturlayout. Im täglichen Bedarf ist zunächst y-z vertauscht. D.h. やま tippt sich zama. Ich schalte beim Tippen von Emails laufend zwischen Deutsch und Japanisch hin und her. Auf meiner letzten Tastatur ist der LeftShift-Alt Block gestorben....

Abweichungen zur deutschen Beschriftung bei IME mit amerikanischem Tastaturlayout:
Darstellung deutsche Beschriftung -> IME-Ergebnis
yz
zy
^
°
ßder Längungsstrich im Katakana
´
"
§
%
/
(
)
=
?_
`
<
>
üdie japanischen Klammern für indirekte Rede oder Zitate
Ü
+
*
ö
Ö
ä
Ä
#
'
,das ist das japanische Komma
;
.das ist das japanische Satzendezeichen - maru
:
-
_

Interessante Links:
Japanese Typographic Symbols
Japanese Writing System
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Offene Fragen an die Leserschaft


Windows 10 - Japanische Handschrifteingabe auf Tablet
Ich habe ein Win10 Tablet (Lenovo MIIX 310), welches ich quasi ausschließlich als mobiles Japanisch Wörterbuch verwende.
Zu meinem Problem: Nach einem Windows 10 Zwangsupdate Anfang 2018 war das komplette Japanisch-Sprachpaket deinstalliert. Tastatureingabe, Kana/Kanji und Handschrifteingabe waren verschwunden.
Nach der Neuinstallation des Sprachpakets hat sich herausgestellt, dass die japanische Handschrifteingabe überarbeitet wurde. Das Ganze hat seitdem Telespielcharakter - wenn man bei der Eingabe eines Zeichens ein bisserl zögert, versucht das Programm das Zeichen zu dekodieren. Da die Handschrifteingabe primär dazu dient, komplexe, unbekannte Kanji per Finger aufzumalen, ist die Verwendbarkeit nun massivst eingeschrängt.
Frage: Weiß jemand, wie man das ändert? Ggf. wie man die alte Version wieder zurückbekommt?
Bonusfrage: Hat jemand einen Vorschlag für eine offline japanische Handschrifterkennung für Win10?
Definition von Offline: es tritt die Situation auf, dass ich wirklich kein Internet habe. Wenn ich online bin, dann hat Google Translator die beste mir aktuell bekannte Kanji-Erkennung.

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