Notizen zur japanischen Sprache

Version: 2101092042

Der Autor dieser Seite ist ein Elektroingenieur, der sich unter anderem auch für Sprachen interessiert. Seine Beschäftigung mit der japanischen Sprache verfolgt das Ziel, sich mit Muttersprachlern in Wort und Schrift verständigen zu können, sowie verstehenden Zugang zu japanischen Medien im Original zu erhalten. Diese Seite dient als Ideensammlung, Nachschlagewerk und Diskussionsgrundlage im Austausch mit anderen Lernenden.

Jeder ist herzlich eingeladen, wegen Vorschlägen und Ergänzungen mit mir in Kontakt zu treten.
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LernstrategienAllgemeine Vorschläge zu Lernstrategien für den ambitionierten Hobbyisten
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Lernstrategien - Allgemeine Vorschläge für den ambitionierten Hobbyisten


Was das Lernen der japanischen Sprache angeht:
Ein Buch mit dem Titel "Japanisch leicht gemacht" o.ä. kann man gepflegt in die Tonne treten. Die Sprache ist schwer zu lernen. Japanisch ist mit keiner anderen Sprache die wir hier kennen verwandt. Das ist für mich ein großer Teil der Faszination am Japanischen. Das heißt aber auch, dass man keine Vorkenntnisse aus anderen Sprachen einsetzen kann. Man beginnt zu Lernen, wie ein Säugling. Einzige Ausnahme sind Fremdwörter, aber die helfen einem nicht, die Struktur der Sprache zu erfassen. Die Mechanismen der Grammatik sind aber sehr wohl von anderen Sprachen her bekannt. Die japanische Grundgrammatik ist deutlich logischer als der Wust von Ausnahmen, den wir mit einem Augenzwinkern als deutsche Grammatik bezeichnen. Es wird immer wieder behauptet, dass das Japanische weniger präzise sei, als das Deutsche oder Englische. Da stellt sich automatisch die Frage, wie die Japaner dann in der Lage sind, ihre hochentwickelte Industrie am Laufen zu halten. Japanisch funktioniert einfach anders als die uns bekannten Sprachen.

Sprachkurs besuchen
Sprachkurse werden auf verschiedenen Niveaus, von unterschiedlichen Einrichtungen angeboten. Bevor man sich nun an einer Universität wegen des Sprachkurses für ein Japanologiestudium einschreibt, sollte man gründlich prüfen, was hier sonst noch auf dem Lehrplan steht. Wenn man sich das Begleitprogramm lieber ersparen, aber trotzdem auf hohem Niveau einsteigen möchte, kann man bei seiner lokalen Uni prüfen, ob Sprachkurse für Gasthörer angeboten werden.
Desweiteren haben viele Volkshochsschulen Japanischkurse auf dem Programm stehen. Dies ist eine günstige Möglichkeit einen Eindruck von der Sprache zu bekommen. Die meisten Teilnehmer stehen im Spannungsfeld zwischen Arbeit, Familie und Lernen. Daher variert die Zeit, welche eine einzelne Person auf diese Kurse verwenden kann sehr stark. Wer nur anderthalb Stunden pro Woche aufbringen kann, benötigt schon eine außergewöhnliche Auffassungsgabe, um zu verwertbaren Ergebnissen zu kommen. Der wichtigste Punkt dieser Kurse ist daher die Möglichkeit gleichgesinnte Menschen zu treffen, mit denen man seine Begeisterung für Sprache und Kultur teilen kann.

PARALLEL zu einem etwaigen Sprachkurs wären meine Empfehlungen:
  • Hiragana lesen und schreiben lernen
  • Katakana lesen und schreiben lernen
  • die Kanji Radikale lernen
  • jeden Tag Kanji lernen, bis man die ersten 2200..2500 sitzen hat
Was die Lerngeschwindigkeit angeht, bin ich deutlich langsamer als z.B. der Sprachkurs an der Uni. Die haben behauptet, dass ein Student am Tag 64 neue Kanji lernen kann. Das ist aus meiner Sicht Unfug. Ich habe immer wieder Stundenten gesehen, die nach den Sommerferien vom angeblichen N2 Level nach N5 zurückgefallen sind. Klassisches Bulimielernen.
Mein persönliches Tempo sind 3..4 neue Kanji am Tag. D.h. wir haben eine Reise von 2..3 Jahren vor uns.
Zum Vergleich - japanische Schüler lernen diese Menge Kanji bis zum Abitur. Und das sind Muttersprachler mit 100% Immersion im Land.

Reihenfolge des Kanjilernens:
  • Kanji Radikale lernen, das sind nur ca. 214
  • N5->N4->N3 lernen
  • zwischenzeitlich eine Anki-Datenbank mit N5..N1 plus JōYō aufmachen. Das sind ungefähr 3000 Kanji
  • sobald man mit N5..N3 fit ist, LESEN anfangen. Den eigenen Sprachfähigkeiten angepasstes Material lesen. Ich empfehle zunächst Manga mit Furigana. Das sind natürlich Manga für ein jüngeres Publikum, aber man ist ja zu diesem Zeitpunkt auch erst in der dritten Klasse, Kanji-mäßig gesehen. Wortschatz noch weniger. Nun kommt der Trick, den ich im Nachhinein betrachtet gerne schon früher angewandt hätte:
    Die oben erwähnte Anki-Datenbank ist zunächst nach N5->N1 sortiert. Nun behält man Anki beim Manga-oder-was-auch-immer-Lesen offen und gibt unbekannten Kanji eine höhere Priorität. Damit schafft man sich einen Zeichensatz, der den eigenen aktuellen Bedürfnissen angepasst ist.
Und das ist der entscheidende Knackpunkt: Man muss sich erlerntes Wissen immer wieder in Erinnerung rufen, sonst geht es verloren. Auf die Art arbeite ich mich aktuell durch die Kanji. Wann immer ich ein Kanji sehe, das ich nicht kenne, kommt das in der Anki-Liste auf Startnummer 0. Wobei man da natürlich auch etwas abwägen muss. Wenn ich z.B. ein Zeichen für einen obskuren Tiernamen sehe, dann setze ich den auch auf eine etwas höhere Startnummer, z.B. 10, 100, oder 1000. Da jeden Tag ja nur 4 neue Kanji gelernt werden, kann man davon ausgehen, dass dieses Kanji dann nur zum Zuge kommt, wenn ich lange nichts anderes, wichtigeres gesehen habe. Wenn ich aber z.B. ein Kanji finde, dann nehme ich es auch nach vorne. Weil das dann eben für mich spezifischer Wortschatz ist.
Was ich z.B. auch mache, ich suche mir digitale Datenblätter von elektronischen Bauteilen die ich aktuell verwende auf Japanisch. Die übersetze ich und finde bei der Gelegenheit für meine Arbeit spezifische Fachbegriffe.
Einen Punkt habe ich bisher stillschweigend übergangen habe ist die Sache mit der Lesung von Kanji. Jedes von diesen Zeichen hat mit wenigen Ausnahmen mindestens zwei Lesungen und bis zu, naja, sagen wir zehn Lesungen. Wie man das, wenn man nicht im Land wohnt, strukturiert in den Kopf bekommen soll, ist mir ein Rätsel. Mein Lösungsansatz ist, die Kanji zunächst auf Sinnverständnis zu lernen und die Lesungen nach und nach beim Lesen von Texten zu lernen.
Ich finde, dass dieses Verfahren für meine Zwecke gut passt.

Anmerkung zu Eselsbrücken: Viele Autoren erfinden aufwändige mnemotechnische Hilfskonstruktionen um Bestandteilen von Kanji einen Namen zu geben. Für viele Lernende mag das hilfreich sein, ich kann mich jedoch nicht mit dem Gedanken anfreunden, mir z.B. 大 als "Bernhardiner" zu merken. Die primäre Bedeutung dieses Zeichens ist "groß". Durch das Lernen der tatsächlichen Bedeutung von Kanji-Bestandteilen, ergibt sich gleichzeitig die Chance, Lerngeschichten für Kanji zu erarbeiten, die auf dem tatsächlichen Sinn der Bestandteile basieren.

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Phonetik


Japanisch zu sprechen ist für einen Deutsch-Muttersprachler kein Problem. Selbst die wenigen Phoneme die wir nicht kennen, können hinreichend nah reproduziert werden, so dass der Sinn eindeutig wird.
Die folgenden Zeilen sind als Stichwortsammlung zu sehen, um beim Studium der verlinkten Quellen das Augenmerk in die Richtung bekannter Probleme zu leiten.

Vokale
Man vergleiche das Vokaltrapez des Japanischen mit dem des Deutschen.
Den 15 Vokalen des Deutschen stehen 5 im Japanischen gegenüber. Ein erster Grund dafür, warum Japaner solche Probleme mit unserer Sprache haben. Die Diphtonge im Japanischen auch eher nacheinander gesprochene Monophtonge. Ein Japaner wird verstehen, wenn jemand 'hokka.i.do' oder 'hokkai.do' sagt.

Konsonanten
Bei den Konsonanten des Japanischen wird es deutlich interessanter.

Im Gegensatz zum Deutschen und noch mehr als z.B. im Englischen ist der Unterschied zwischen stimmhaften und stimmlosen Konsonanten sinntragend! Im Deutschen sind die Unterschiede zwischen den Frikativen し、ち、じ bei weitem nicht so wichtig. Die Silbenfolge vorne heißt übrigens, unter anderem, sieben Uhr - 七時. Je nach Herkunftsdialekt sind diese Nuancen für den Deutschen schwer bis gar nicht zu erkennen.
Was wir wiederum kennen ist て、で、と、ど、か、が、き、ぎ.

Wie kann man testen, dass man einen Laut stimmhaft auspricht? Beim Sprechen die Fingerspitzen an den Kehlkopf halten. Bei stimmhafter Aussprache ist ein Vibrieren in den Fingerspitzen zu spüren. Beispiel: ka (stimmlos/unvoiced) / ge (stimmhaft/voiced).

Das japanische ふ ist auch kein [fu], aber eine falsche Aussprache führt nicht zu Verständnisproblemen.

Ditto beim ら、り、る、れ、ろ. Die Laute /ɾ/ und /ɺ/ sind dafür verantwortlich, dass untrainierte Japaner keinen Unterschied zwischen Rinde und Linde oder Rand und Land erkennen können. Diese japanischen Laute sind für uns ungewohnt und für viele (naja, für mich zum Bleistift) nicht einfach zu lernen. Ein Japaner wird jedoch die deutschen Laute /r/ /ʀ/ /ʁ/ ohne große Probleme auf /ɾ/ /ɺ/ abbilden können. Wo ist für einen Hobbyisten also das Problem? Man wird schon vom Aussehen her niemals für einen Japaner gehalten werden.

Betonung – Sprachmelodie - lokale Unterschiede
Japanisch hat tatsächlich einen melodischen Akzent. Sprachwissenschaftler sind sich aber einig, dass dieser phonetische Mechanismus den geringsten Inhalt transportiert.
Hasegawa (2015, ch.1j) schreibt zum Thema "Pitch Accent": Japanese is categorized as a pitch-accent language because some Japanese words are distinguished solely by pitch-pattern differences. Well know examples are はし (High-Low) "chopsticks" and はし (Low-High) "bridge". However, such pairs are not numerous; pitch pattern differ significantly from dialect to dialect, and context almost always resolves the ambiguity. Practically speaking, therefore, pitch accent is the least important aspect of Japanese pronunciation. There are pronunciation dictionaries, but you are encouraged to imitate native speakers as best as you can, rather than trying to fabricate the pronunciation from written notations.
Dies deckt sich mit meiner persönlichen Erfahrung in Gespräch mit Muttersprachlern. Die Vorlesefunktion von Google Translator bietet sich an, falls man einen Beispieltext in Standardjapanisch hören möchte.

Unbestritten ist, dass ein betontes Satzende eine Frage signalisieren kann, auch ohne die Marker-Endsilbe か.

Aber beim Rest unterscheiden sich die lokalen Akzente. Nach meiner persönlichen Erfahrung reiten gerade Tokyoter auf ihrem Akzent herum - den außer ihnen niemand in Japan spricht. Auch hier ist der GT erstaunlich hilfreich - einfach einen ganzen Satz inklusive Satzzeichen eingeben und vorlesen lassen.

Auch die Allophone entsprechen nach meiner Erfahrung der Sprechweise in Tokyo. Das [g]-Allophon /ŋ/ hört man manchmal statt /g/. Das ist wie wenn ein Berliner /jurke/ statt /gurke/ sagt.

Das Schöne am Japanischen ist, dass Kana praktisch eine Lautschrift darstellen. Es gibt aber Unterschiede in den Dialekten. Insbesondere der Tokyoter Dialekt verwendet bei dunklen Vokalen vor Konsonanten ein "de-voicing". Dadurch wird z.B. aus "好きですよね!" -> "すきですよね!" Nicht /sukidesuyone/, sondern eher /skidesyone/. Ich persönlich habe mehr Umgang mit Kansai-ben bzw. den Akzenten von ein paar kleinen Inseln in West-Kyushu.

Sehr interessant ist die Tatsache, dass Japanisch einen konstanten Takt hat. Jede More ist gleich lang. Das ist tatsächlich auch wieder sinntragend. Ein ん wird genauso lang gesprochen, wie ein な /na/. Und es ist ein Unterschied zwischen きんえん und きねん (禁煙 / 祈念) vorhanden.

Gedanken zur Dekodierung von gehörter Sprache
Dekodierung von gehörter Sprache: Das Gehirn muss sich erstmal auf den Sprecher aufsynchronisieren. Wenn der Sprecher dieselbe Muttersprache im Standarddialekt spricht, geht das normalerweise instantan. Interessanter wird es schon, wenn ein Hamburger einem Münchner zuhören will. Der Akzent ist schon recht unterschiedlich und beide Dialekte verwenden spezifische Phoneme. Beim Gespräch, oder auch nur beim Zuhören, in einer anderen Sprache, muss man sich etwas reinhören. Typisches Beispiel wäre wohl Englisch. Wenn man nur einen der großen Standarddialekte kennt (Received Pronunciation oder General American), dann kann der Wechsel zwischen diesen schon ein wenig aufwendig sein. Aber mit entsprechender Übung ist das auch kein Problem. Was passiert nun, wenn ein kontextloser Sprachfetzen aufgeschnappt wird? Ein Gespräch der Sitznachbarn im Flugzeug, eine Zeile aus einem Lied? Nun wird es interessant. Das Gehirn versucht sich nun aufzusynchronisieren, was bei entsprechender Auswahl an Sprachen und Dialekten eine ganze Weile dauern kann. Oder es geht total daneben. Bei Interaktion mit dem Sprecher, kann man das ganze relativ leicht in den Griff bekommen. In anderen Situationen, findet man partout keine Lösung. Randbemerkung: ich kenne eine ganze Menge englische Akzente. Es macht immer Spaß, rauszufinden, wo der Gegenüber herkommt. Wenn ich z.B. bei einer bestimmten australischen Firma anrufe, passt der Akzent meist nicht - weil die entsprechende Supportabteilung in Neuseeland sitzt. Ein weiteres Beispiel wäre ein Elektronikgroßhändler, der sein Callcenter in Südafrika betreibt - da habe ich eine Dame mal gefragt, warum Ihr Englisch so nach Holland klingt. Afrikaans hatte ich in dem Moment nicht auf dem Schirm.
Fußnote: Received Pronunciation hat die erklärte Funktion, dass die geographische Herkunft des Sprechers nicht bestimmt werden kann. Sie ist traditionell die Sprache der britischen Oberschicht, wie sie an sogenannten "public schools" gelehrt wird. "public" bedeutet hier, öffentlich für jeden, der genug Kohle mitbringt.

On-Yomi und moderne chinesische Aussprache
Manche Wörterbücher, so auch jisho.org, geben für Kanji auch Lesungen in anderen Sprachen an. Besonders interessant ist hier sicher der Vergleich mit der aktuellen chinesischen Aussprache.
Nimmt man nun als Beispiel das Kanji 父, so sieht man als japanische On-Yomi ふ. Für die chinesische Ausprache wird fu4 und fu3 angeboten. Die Ziffern beziehen sich auf die Tonalität der chinesischen Sprache. Wie sich die Tonhöhe über die Sprechdauer verhält, ist im Chinesischen phonemisch, d.h. sinnunterscheidend. Das moderne Chinesisch unterscheidet nur noch vier Töne:
tonalitaet.png
  • 1. Ton: gleichbleibend hoch
  • 2. Ton: steigend
  • 3. Ton: tief, fallend - steigend
  • 4. Ton: scharf abfallend
Das Japanische verfügt über wenige Vokale, nur die Art ihrer Erzeugung und ihrer Länge sind phonemisch. Fremdworte aus dem Chinesischen mussten nun, unter Wegfall der Tonalität, auf das japanische Lautsystem reduziert werden. Hierin liegt sicher eine wichtige Ursache für die überwältigend hohe Anzahl von Homonymen in der japanischen Sprache.
Auch ohne nähere Beschäftigung mit dem Chinesischen, bekommt man mit diesem Basiswissen vielleicht ein Grundgefühl, wie sich die Lesung der Kanji über die Jahrhunderte verändert hat. Außerdem kann man nachvollziehen, dass für den ungeübten westlichen Sprecher die Tonalität vielleicht schwer zu produzieren ist, aber lediglich einen weiteren, nicht mehr oder weniger logischen, phonetischen Mechanismus darstellt. Wer möchte, kann sich vier Beispiele für "ma" vorlesen lassen, z.B. von Google Translator / Chinesisch: 媽,麻,馬,罵. (Beispiel: Wikipedia, Tonalität, siehe oben)

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Wörterbücher - online


www.jisho.org
Jisho is a powerful Japanese-English dictionary. Damit sei alles gesagt. Dieser Link ist praktisch immer geöffnet, sobald ich online bin.
SKIP.svn Tipp #0: Bedienungsanleitung lesen, insbesondere die Search Options. Diese Informationen zumindest im Hinterkopf behalten.
Tipp #1: Die Radikaleingabe ist ein starkes Hilfsmittel, um unbekannte, schlecht lesbare Kanji zusammenzusetzen.
Tipp #3: Für den geübten Anwender stellt die Tastatureingabe von SKIP-Codes eine Möglichkeit dar, die Auswahl von möglichen Treffern einzuschränken. Voraussetzung ist das sichere Erkennen von Radikalgruppen und Strichzahlen. Laut den
Search Options
von jisho.org
, werden SKIP-Codes im Format
#kanji #skip:1-2-3
eingegeben. SKIP-Codes werden von Jack Halpern in seinem The Kodansha Kanji Dictionary verwendet, um Kanji, deren Aussprache dem Leser unbekannt ist, nach ihrem Erscheinungsbild (visual style) mit drei Zahlen zu klassifizieren. Das Verfahren ermöglicht eine effiziente Suche in klassischen Wörterbüchern, oder auf Computersystemen ohne grafische Eingabemöglichkeit. Die Suche beschleunigt sich mit steigender Kompexität des gesuchten Kanji, da weniger Einträge für einen bestimmten SKIP-Code vorhanden sind. Damit verkürzt sich die Suchzeit mit steigender Erfahrung des Lesers. Enthält eine SKIP-Sektion mindestens 12 Striche, schlägt der Autor dementsprechend die Scan Method (siehe Beschreibung in den jeweiligen Wörterbüchern) vor.

Google Translator
Am Arbeitsrechner habe ich ein Grafiktablett mit Stift. Ich verwende die Handschrifterkennung von Google Translator, um unbekannte Kanji einzugeben. Oder wenn mir partout keine Lesung und kein Stichwort einfällt, um im www.jisho.org nachzuschauen. Je nach Suchbegriff ist diese Vorgehensweise schneller oder langsamer als SKIP.
Tipp #0: Die Übersetzungsvorschläge von GT sollten nicht ohne gründliche Prüfung verwendet werden. Die deutliche Schwäche des GT bei der Übersetzung von Einzelbegriffen ergibt sich aus den Eigenheiten der japanischen Sprache. Da sowohl Bedeutung, als auch Aussprache eines einzelnen Zeichen oder Wortes stark vom erweiterten Kontext abhängen, sind der Treffgenauigkeit natürliche Grenzen gesetzt.
Die Vorlesefunktion kann nützlich sein, um ein Gefühl für die Aussprache eines Satzes im tokyoter Standardakzent zu bekommen.
Tipp #1: Um gezielt die japanische Handschrifterkennung zu aktivieren, stellt man die Sprachauswahl von Sprache erkennen nach Japanisch. Damit werden sehr zuverlässig die Kana und JōYō-Kanji erkannt.
Tipp #2: Steht die Spracherkennung auf Japanisch, so erkennt GT bestimmte seltene Radikale und Radikalgruppen nicht.
  • Beispiel 1: Eingabe von 卬 ergibt 印.
  • Beispiel 2: Eingabe von 离 ergibt 裔 oder 高.
Lösung: Man schaltet die Sprache für dieses Kanji auf Chinesisch. Beide Beispiele werden sauber erkannt und können zur weiteren Verarbeitung nach jisho.org kopiert werden.
Bonus: Man sieht die chinesische Lesung des Zeichens und kann diese mit dessen On-Lesung vergleichen. Für Beispiel 2 wäre das [Lí] und [チ] oder [リ].


DeepL
Dieses relativ neue Angebot besticht durch ideomatische Übersetzungen von vordergründig hoher Qualität. Jedoch leidet auch dieser Dienst, zumindest in der freien Version, unter fehlendem Kontext. Die Übersetzungen sind oft ideomatisch korrekt, halten aber einer genaueren Prüfung nicht stand. Der Übergang von freier Übersetzung zu komplett falsch ist leider fließend.

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Firefox mit Rikaichamp als Lesehilfe für japanische Texte
Die nachstehend beschriebenen Konzepte funktionieren bei jedem Webbrowser mit installierter Lesehilfe für Japanisch. Diese konkrete Beschreibung ist für Firefox 82.0.2 und Rikaichamp 0.2.6 geschrieben. Rikaichamp ist eine der Lesehilfen, die nach dem Firefox "Quantum"-Upgrade noch funktioniert. Rikaichamp enthält einen Parser, der japanischen Text unter dem Mauszeiger dekodiert und Übersetzungsvorschläge in einem Overlay-Fenster anzeigt.
Webbrowser können auch normale Textdateien anzeigen. Auf dem Windows-Desktop legt man dazu praktischerweise eine utf-8-kodierte-Datei
nihongo.txt
an. In diese kopiert man Texte aus beliebigen Dokumenten (Datenblätter, Emails, LINE, ...). Anschließend zieht man
nihongo.txt
in ein offenes Firefox-Fenster. Damit steht für jeden beliebigen Text die Lesehilfe zur Verfügung.
Um Änderungen an
nihongo.txt
im Webbrowser anzuzeigen, speichert man die Datei ab und wählt Aktuelle Seite neu laden im Webbrowser.
Hinweis: Um Sonderzeichen in Textdateien und Webseiten abzuspeichern, gibt es verschiedene Kodierungsverfahren. Am weitesten verbreitet ist UTF-8. Auch diese Webpage verwendet die UTF-8-Kodierung um sicherzustellen, dass z.B. Umlaute und Kanji international korrekt angezeigt werden.
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Takoboto
Fast schon eine Rarität in der heutigen Zeit, bietet Takoboto neben seinem Webwörterbuch tatsächlich eine Offline-App für Windows und Android. Das Wörterbuch ist mehrsprachig und basiert auf den JMDict, EDICT und KANJIDIC-Wörterbüchern, die seit 1991, angetrieben durch die Pionierarbeit von Jim Breen, entstehen.
Hinweis: www.takoboto.jp hat kein gültiges Zertifikat für HTTPS, ist aber per HTTP zu erreichen. (Stand: 2011072032)
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Wiktionary / Kanji
Diese Seite bietet Hintergrundinformationen zu Kanji, z.B. Etymologie, Lesarten, u.v.m.
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Moji Tekkai
Japanische Seite rund um Kanji, z.B. Etymologie, Lesarten, u.v.m.
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Chinese Tools - Wörterbuch
Bei der Arbeit mit Kanji ist es gelegentlich hilfreich, einen Vergleich zwischen japanischer und chinesischer Bedeutung zu haben. Nach kurzer Suche bin ich auf dieses Wörterbuch gestoßen.
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Lernen und Nachschlagen


Online Quellen

IMABI - Comprehensive Japanese Course
Linguistisch fundierter Sprachkurs mit über 400 Lektionen. Die große Menge an Beispielsätzen zeigt grammatikalische Konstruktionen im Kontext und liefert gleichzeitig Leseübungen mit englischer Übersetzung.
Der Autor bittet auf der Website und unter Facebook um Spenden. Aus meiner Sicht übersteigt der Wert dieses Sprachkurses den von vielen Lehrbüchern. Eine finanzielle Unterstützung ist hier mehr als angemessen.

Tae Kim's Guide to Learning Japanese
Seit Jahren eine Standardsammlung für online Informationen rund um die japanische Sprache. Für mich weniger zugänglich als IMABI.

Wikipedia: Japanische Sprache
Sowohl die deutsche, als auch die englische Wikipedia bieten eine Fülle an Informationen zur japanischen Sprache. Wenn man sich die Hyperlinks entlanghangelt, findet sich Lesestoff für Monate.
Wikipedia: Japanische Grammatik Grundlageninformationen zur japanischen Grammatik.
Wikipedia: Japanese Particles Umfangreiche Liste der japanischen Partikeln.
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Offline Quellen (früher hätte man "Bücher" geschrieben)

Kanji Dictionary Publishing Society
Die von Jack Halpern geleitete Kanji Dictionary Publishing Society hat eine ganze Reihe hervorragender Wörterbücher herausgebracht. Jedem Lernenden sei ein Blick auf die Arbeiten von und um Jack Halpern ans Herz gelegt. The Kodansha Kanji Dictionary ist sicher eine langfristig lohnende Anschaffung.
Hinweis: Die von Jack Halpern entwickelten SKIP Codes stehen mittlerweile unter einer Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International-Lizenz und werden von vielen online Wörterbüchern verwendet.
Hinweis: beim Besuch am 07.01.2021 gab es Probleme mit dem Sicherheitszertifikat der Website.

Hasegawa, Yoko: Elementary Japanese
Umfassendes Japanisch-Lehrbuch für Einsteiger auf College-Niveau. Mit Hörbeispielen und Aufgaben auf CD.
Verlag: Tuttle Publishing; Auflage: (1. August 2015)
Sprache: Englisch
Volume 1: ISBN-10: 4805313684 / ISBN-13: 978-4805313688
Volume 2: ISBN-10: 4805313692 / ISBN-13: 978-4805313695

Benesse Challenge
English<>Japanese Dictionary. Wörterbuch für die japanische Mittelschule.
Sehr schön illustriertes Wörterbuch für den Einsteiger. Empfehlenswerte Ergänzung zu Online-Wörterbüchern.
ISBN 978-4-8288-6758-8

Reclam Sachbuch, Geschichte Japans
Kompakte Zusammenfassung der Japanischen Geschichte. Als Alternative zu Wikipedia/Japan.
ISBN 978-3-15-018961-0

Herbst, Thomas: English Linguistics
A Coursebook for Students of English. Hervorragend aufgearbeitete, oft kurzweilig zu lesende, umfassende Sammlung für den Einstieg in die Sprachwissenschaft.
De Gruyter Mouton; 2010
ISBN 978-3-11-020367-7
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Input Method Editor - Japanische Tastatur


Um mit einer westlichen Tastatur Japanisch Schreiben zu können, benötigt man eine Zwischenschicht, welche Tastendrücke in Kana und Kanji umsetzt. Diese Programme nennen sich IME, Input Method Editor. Es gibt verschiedene Hersteller und Varianten für unterschiedliche Betreibssysteme. Bei mir ist Microsoft IME unter Windows 7 und Windows 10 im Einsatz, weil ich den Einsatz von Bordmitteln bevorzuge.

Was man nach der Installation wissen muss:
  • Umschalten zwischen den Sprachen: LeftShift-Alt oder per Maus auf die Länderkennung in der Taskleiste.
  • Danach Einstellen des Eingabemodus über Ctrl-Capslock: Eingabe im Hiragana-Modus: Anzeige "あ". Bei anderen Versionen des IME erfolgt das Umschalten auf der deutschen Tastatur durch Alt-^ (amerikanische Tastatur: Alt-~). Alternativ kann auch durch Mausclick und Auswahl im Taskleistenmenü umgeschlatet werden.
  • Eingabe erfolgt morenweise, d.h.
    • zwei Tastendrücke ergeben ein Kana ta->た, nn->ん (jawoll, ん ist eine More!) bzw.
    • drei Tastendrücke ergeben einen palatalen Konsonant nya -> にゃ.
    • glottale Stopps werden durch Verdoppelung des Konsonanten eingegeben. Der IME ersetzt den gedoppelten Konsonanten durch ein kleines tsu. Hokkaido -> ほっかいど. Hatten -> はってん. Ipukku -> いっぷく.
    • Längungen werden in Hiragana üblicherweise ganz einfach durch ein う signalisiert - どうも. In Katakana wird ein Längungsstrich verwendet - ドーモ. Der Strich hängt auf dem ß.
    • Das Japanische kennt keine Groß-/Kleinschreibung als grammatische Funktion, so wie Deutsch oder auch Englisch. Allerdings werden mit Kleinbuchstaben andere Funktionen dargestellt. Zur gezielten Eingabe von kleinen Kana kann man auch ein l voranstellen: tu -> つ - ltu -> っ
    • Das Kanji Wiederholungszeichen wird über onaji -> 々 erreicht. Dies ist vor allem hilfreich, wenn man die Lesungen des zusammengesetzten Wortes nicht kennt. Beispiel: kigi -> きぎ -> 木々 oder kionaji -> き々 -> 木々
    • Der Zähler ka ist ein kleines katakana ke ケ, kann aber auch im Hiragana-Modus direkt als lke -> ヶ eingegeben werden.
    • Mit Katakana werden u.a. Eigennamen und Fremdworte wiedergegeben. Das erfordert oft die Darstellung von Lauten, die das Japanische nicht kennt. Dazu wird ein Katakana mit einem kleinen Katakana kombiniert. Komplexes Beispiel "Disneyland" -> ディズニーランド. Erzeugt ein [di] durch "ディ", eingegeben "deli". Bonus: Längungsstrich.
      Winter -> ウィンター. {Sehr interessanter phonetischer Nebeneffekt: an der Katakana-Schreibweise kann man erkennen, aus welcher Sprache das Fremdwort importiert wurde. Der "Winter" kommt aus dem britischen Standardenglisch. Eine für mich als Franke faszinierende Geschichte ist die Unterscheidung zwischen stimmhaftem und stimmlosen alveolaren Frikativen, wie z.B. in さ und ざ, weil ich diesen Unterschied nur sehr schlecht höre. Ein Japaner würde z.B. "the winner" mit hoher Wahrscheinlichkeit mit "ザーウイナー" umschreiben. Im Gegenzug zum Deutschen, der eher zu "se winner" neigen würde. Beim Lesen von englischen Fremdworten im japanischen sehe ich oft Fehler in meiner englischen Aussprache, die aufgrund von meinem unterfränkischen Akzent entstehen. D.h. Japanisch lernen bedeutet Lernen der eigenen Sprache und der Fremdsprache Englisch.}
    • Für die Wiedergabe von Fremdworten gibt es in Katakana zusätzliche Lautkombinationen, die üblicherweise nicht im Japanischen vorkommen. Ein Blick in die Romaji-Kana Correspondece Chart des IME sorgt hier für Erleuchtung. Beispiele: "vu" -> ヴ, "va" -> ヴぁ, "vya" -> ヴゃ, "qwa" -> くぁ.
  • Return beendet einen Eingabeblock "hatten" -> はってん
  • Space bietet Konvertierung in Kanji, ggf. mehrere Möglichkeiten aufgrund von Homonymen: "hatten" -> はってん -> 発展 (Entwicklung)
  • IME verwendet ein amerikanisches Tastaturlayout. Im täglichen Bedarf ist zunächst y-z vertauscht. D.h. やま tippt sich zama. Ich schalte beim Tippen von Emails laufend zwischen Deutsch und Japanisch hin und her. Auf meiner letzten Tastatur ist der LeftShift-Alt Block gestorben....

Abweichungen zur deutschen Beschriftung bei IME mit amerikanischem Tastaturlayout:
Darstellung deutsche Beschriftung -> IME-Ergebnis
yz
zy
^
°
ßder Längungsstrich im Katakana
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"
§
%
/
(
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`
<
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üdie japanischen Klammern für indirekte Rede oder Zitate
Ü
+
*
ö
Ö
ä
Ä
#
'
,das ist das japanische Komma
;
.das ist das japanische Satzendezeichen - maru
:
-
_

Interessante Links:
Japanese Typographic Symbols
Japanese Writing System
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Japanisch Foren


www.japanisch-netzwerk.deDeutschsprachiges Japanisch Forum.
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Offene Fragen an die Leserschaft


Windows 10 - Japanische Handschrifteingabe auf Tablet
Ich habe ein Win10 Tablet (Lenovo MIIX 310), welches ich quasi ausschließlich als mobiles Japanisch Wörterbuch verwende.
Zu meinem Problem: Nach einem Windows 10 Zwangsupdate Anfang 2018 war das komplette Japanisch-Sprachpaket deinstalliert. Tastatureingabe, Kana/Kanji und Handschrifteingabe waren verschwunden.
Nach der Neuinstallation des Sprachpakets hat sich herausgestellt, dass die japanische Handschrifteingabe überarbeitet wurde. Das Ganze hat seitdem Telespielcharakter - wenn man bei der Eingabe eines Zeichens ein bisserl zögert, versucht das Programm das Zeichen zu dekodieren. Da die Handschrifteingabe primär dazu dient, komplexe, unbekannte Kanji per Finger aufzumalen, ist die Verwendbarkeit nun massivst eingeschrängt.
Frage: Weiß jemand, wie man das ändert? Ggf. wie man die alte Version wieder zurückbekommt?
Bonusfrage: Hat jemand einen Vorschlag für eine offline japanische Handschrifterkennung für Win10?
Definition von Offline: es tritt die Situation auf, dass ich wirklich kein Internet habe. Wenn ich online bin, dann hat Google Translator die beste mir aktuell bekannte Kanji-Erkennung.

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